Der Wintergarten und seine Geschichte

Die Geschichte des Wintergartens als „Glas- oder Gewächshaus“, beginnt bereits in der römischen Epoche.
Die „aktiven“ Wintergärten – in denen eine manuelle Temperaturveränderung möglich war, erscheinen aber erst viel später – erste historische Dokumente zu ihrer Realisierung stammen aus Korea und reichen auf die Zeit zwischen 1438 und 1450 zurück.
Der Wintergarten, wie man ihn heute kennt, wurde erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, als es unter den reichen Grundbesitzern in Nordeuropa üblich wurde, Zitruspflanzen zu halten, wie Zitronen- und Orangenbäume, die Händler aus dem Mittelmeer als Delikatessen anboten. Es wurde damit begonnen, simple Lauben über den Topfpflanzen zu errichten und diese in der kalten Jahreszeit in geschlossenen Räumen überwintern zu lassen.
Die „Limonaie“ wie sie in Italien genannt wurden, wurden aus Lagerkisten gefertigt. Die Öffnungen wurden mit Holzpaneelen verschlossen, um die Pflanzen vor der Kälte zu schützen.

 

giardino d'inverno

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Fonte: Wikipedia

In Nordeuropa hingegen entstanden die „Orangerien“ – Strukturen aus Holz, Ziegeln oder Stein mit großen verglasten Flächen nach Süden gerichtet. Anfänglich ausschließlich für die Zitruspflanzen gedacht, endeten sie als Gewächshaus für alle möglichen Pflanzen und Bäume, die Schutz vor der Kälte und Wetter benötigten.

giardino d'inverno
Fonte: Wikipedia

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Im 17. Jahrhundert erschienen die „Glashäuser“, oder „Greenhouses“ auch in Holland und England – der Aufwand dort war um einiges größer, da sie des Nachts und im Winter penibel geschlossen werden mussten, um den dort lebenden Pflanzen genügend Wärme bieten zu können.
Im selben Zeitalter wurden in vielen Städten der kälteren Klimazonen „öffentliche“ Glashäuser gebaut, die sogenannten „Conservatorys“, um dem Volk diverse tropische Pflanzen bekannt zu machen.
Das 18. Jahrhundert brachte eine außerordentliche Neuerung mit sich: ein holländischer Wissenschaftler erforschte die Verwendung von schrägen Verglasungen, die den Eintritt eines Vielfachen an Licht und Wärme ermöglichte, im Gegensatz zu vertikaler Verglasung.
Das 19. Jahrhundert war dann das goldene Zeitalter des Wintergartens – vor allem in England – wo die traditionelle Leidenschaft für Gartenarbeit sich mit den neuesten technischen Errungenschaften im Glasbau und im Heizungsbereich verband.
Im viktorianischen Zeitalter wurden jedenfalls die stilistischen Merkmale des Wintergartens perfektioniert: eine Struktur aus Metall mit diversen Verglasungen.
In derselben Zeit wurden auch die größten Wintergärten entworfen und gebaut – auf Order von botanischen Anwärtern der upper class als Demonstration ihres sozialen Status – zum Beispiel Kew Gardens und Crystal Palace in London, geplant von Joseph Paxton.

 

giardino d'inverno
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Von diesem Moment an verbreitete sich der Wintergarten in Europa als architektonisches Werk – ursprünglich als „Gewächshaus“ gedacht und verwendet – wurde er fortan immer mehr auch als Erholungsraum, als geschützte Sonnenterasse, als Gastraum und als Ruheoase genutzt.
Auch sehr bekannte Wintergärten sind der New York Crystal Palace, Glaspalast in Monaco und die Royal Serre in Laeken.

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Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges kam der Bau des Wintergartens zum Stillstand.
Nach 1960 wurde die Konstruktion wieder aufgenommen, dank der Entwicklung des Isolierglases. Aktuell wird der Wintergarten in modernen Formen gebaut, auch als Kuppeln – in privaten Gärten, öffentlichen Gebäuden und Parks (hier klicken für die Typologien und hier klicken für die Anwendungsbereiche), anpassungsfähig an die jeweiligen Anforderungen der modernen Architektur und fast jeden Designs. Der moderne Wintergarten garantiert die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, die im heutigem Ökobewusstsein immer wichtiger werden (hier klicken für Informationen zum Wärmehaushalt).

 

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